Wie geht Traumatherapie?

Michaela Huber schreibt: „Belastungsfaktoren aus der Kindheit werden den Organismus das Leben lang quälen. Es sei denn, die Erosion des körperlichen Stress-Systems und der Immunabwehr kann gestoppt werden, indem die zugrunde liegende Störung, die Posttraumatische Belastungsstörung, bearbeitet wird. Anders geht es nicht.“ (Huber u. Frei 2009, S. 49) 

Die gute Nachricht ist, dass man heute weiss, wie diese traumatischen Erfahrungen ohne Retraumatisierung integriert werden können, damit sie uns nicht mehr quälen. Die alten Überlebensstrategien von damals sind heute nicht mehr unbedingt hilfreich und hindern unser System daran, sich selbst zu heilen. Sie wiederholen und reinszenieren immer wieder ähnliche Gefühlserfahrungen wie damals. Das kann so lange gehen bis wir erschöpft sind. 

Traumatherapie ist der Prozess der Integration dieser Anteile. In der Ressourcenorientierten Traumatherapie vollzieht sich der Prozess in 4 Abschnitten:

Zunächst wird das eigene System so gut gestärkt, dass man sich sicher fühlt. Das führt zu mehr Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung. Dazu gehört auch die Schärfung der Wahrnehmung für sich und andere, (Mentalisierungsfähigkeit) und die Fähigkeit der inneren Kommunikation durch den inneren Beobachter. Dieser Prozess kann während der gesamten Therapiezeit andauern und immer wieder aufgerufen und verstärkt werden.

Als nächstes werden Schritt für Schritt traumatische Erfahrungen in kleinsten Mengen mitttels verschiedener Techniken bearbeitet (Traumaexposition), damit gefühlt werden kann, was damals nicht gefühlt werden konnte. Dazu gehört auch, dass die Handlungsstrategien von damals, die überlebenswichtig waren, heute durch adaptivere Handlungsstrategien ersetzt werden. Wir arbeiten mit der sehr hilfreichen Technik des "Inneren Kinder Rettens" (nach Luise Reddemann) - siehe der Completion-Prozess, welcher die verletzten Anteile auf schonende Weise wieder in das System integriert, ohne das traumatische Material anzutriggern.

Um zu betrauern, was geschehen ist und was nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, braucht es Mut und Vertrauen in die Gegenwart, Realitätssinn und neue Strategien. All das wird in kleinen Schritten erarbeitet und von der Therapeutin begleitet bis am Ende die Fusion der abgespaltenen Selbstanteile in den Organismus erfolgen kann. Dieser Prozess ist ein mentaler Prozess, der uns tatsächlich das Gefühl gibt, wieder ganz zu sein und zwar nicht nur im psychischen, sondern auch im körperlichen Sinn. Wir sind "geheilt", wenn uns die bösen Geister von damals in Ruhe lassen, wenn wir sie anschauen können und sagen können: das ist mir passiert, es war schlimm, aber ich habe es überlebt und heute kann ich eine Geschichte davon erzählen...

Auf diesem sanften Weg der Traumabearbeitung und Integration möchte ich Sie gerne begleiten. Ich würde mich freuen, wenn Sie hier mit mir Kontakt  aufnehmen würden.

Bitte beachten Sie, dass der Prozess erst initiiert werden kann, wenn vorher für Stabilisierung und Sicherheit gesorgt ist. Wir bauen gemeinsam Ihre Ressourcen auf und ich unterstütze Sie dabei, alle Vorkehrungen zu treffen, damit der Prozess behutsam, achtsam und sicher ablaufen kann.